Frankfurter Neue Presse

 Printausgabe vom 03.05.2004

 Auf heißen Sohlen in den Mai

 Neu-Isenburg. Sprühende Wunderkerzen hüllen den dunklen Raum in romantische Stimmung. Rauchschwaden liegen in der Luft und volle Apfelweingläser stehen auf den Tischen. Durch den Raum hallt die Musik der Ushi-Tora Band, deren Sänger ein japanisches Lied singt.

Mit einer gelungenen Mischung aus Blues und Pop schickte die Gruppe Mohrenkopp ihre Zuhörer in den Frühling: Im Treffpunkt feierten die Besucher den Tanz in den Mai mit multikulturellem Flair. Im Repertoire der Bands befanden sich japanischer Rock und amerikanischer Blues.

Während die Besucher des Treffpunkts im Biergarten noch warme Temperaturen genossen, zog es zahlreiche Zuhörer schon in den geschlossenen Raum. Die Tradition des Tanzes in den Mai nahmen die Besucher dabei wörtlich: Beim Auftritt der Band Mohrenkopp versammelten sich die Zuhörer ein paar Meter vor der Bühne und bewegten sich zur rockigen Musik. Wer an diesem Abend einen Sitzplatz gefunden hatte, wippte auf seinem Stuhl und klatschte im Takt zur Musik. Zum nunmehr 27. Mal traten Mohrenkopp im Treffer auf. Die Gruppe, die sich selbst als "Schobberockband" bezeichnet, hat im Treffpunkt längst ihr Stammpublikum. Dies scheint nicht verwunderlich, war Mohrenkopp doch die erste Band, die jemals auf der Treffpunkt-Bühne stand und die Kneipe musikalisch eröffnete. "Wir fuhren vor den Laden, packten unsere Anlage aus und riefen ein paar Freunde an", erinnerte sich der Sänger der Band, Bernd Petzold. Im folgenden Moment standen sie erneut auf der Bühne. Sobald der Sänger ein Lied anstimmte, sang ein großer Teil des Publikums mit.

Eine neue Erfahrung machte an diesem Abend eine Verwandte von Hartmut Hillmann, dem Schlagzeuger der Ushi-Tora Band. "Meine Tante ist 75 Jahre alt und besucht heute zum ihr erstes Rockkonzert", sagt Hillmann. Das Publikum zeigte mit einem tosenden Applaus seine Anerkennung. (no)